Chronik

Wie alles begann

Neun Brüder aus Schöneberg beschlossen im Jahre 1907 in einer Wohnung in der Belziger Straße die Stiftung der Johannisloge „ Am Berge der Schönheit“. Am 15. September gleichen Jahres entzündete als Gründungsmeister Br. Adolf Rothenbücher die Kerzen der Weisheit, Schönheit und Stärke.

Der 1. Weltkrieg und die Inflationszeit beeinträchtigten das Logenleben, doch in den Jahren danach zeigte es sich, daß in dieser Zeit der politischen und wirtschaftlichen Unruhen viele Menschen in unserem Tempel inneren Frieden und besinnliche Einkehr suchten. 1927 zählte die Bauhütte bereits 131 Mitglieder, und sie blühte auch in den folgenden fünf Jahren.

Dunkle Jahre

In der Zeit des Nationalsozialismus wurden alle Logen aufgelöst, ihre Häuser beraubte und ihre Tempel verwüstet. Diese Ausschreitungen, die mit einer Flut von Verleumdungen und Beschimpfungen der Freimaurerei Hand in Hand gingen, trafen viele Brüder um so härter, als sie – patriotisch und national eingestellt – von dem deutschen Faschismus Besseres erhofft hatten. Doch schließen Dogmatismus und Fanatismus auf der einen und Toleranz auf der anderen Seite sich nun einmal gegenseitig aus. Mit dem Verbot vom 4. März 1935 begann die Liquidation der deutschen Freimaurerei, am 21. Juli dieses Jahres mußte sich unsere Bauhütte auflösen, das von den Brüdern so sehr geliebte Logenhaus in der Splittgerbergasse zerstörte der Krieg. Trotz drohender Verhaftung und steter Bespitzelung traf sich in den dunklen Jahren 1935-1945 ein kleiner Kreis standhafter Brüder zu dem so genannten „Stammtisch Gottwald“, um in Gesprächen und Ausflügen und in stiller Feier des Johannis- und Weihnachtsfestes die alte Verbundenheit zu bewahren.

Eine neue Zeit

Vor allem der unbeirrbare Glauben dieser Brüder, daß eines Tages das Licht in unserem Tempel wieder leuchten würde, ist zu verdanken, daß gleich nach dem 2. Weltkrieg die Loge ihre Lebenskraft wieder unter Beweis stellte. In der Eisenacher Straße führte am 2. August 1946 die vereinigten Logen „Blücher von Wahlstatt“, „Am Berge der Schönheit“, „Zu den drei Lilien“ und „Zum schwarzen Adler“ ihre erste Arbeit durch. Die Brüder nahmen damals oft stundenweite Fußmärsche in Kauf, bei rußenden Kerzen und dünner Wassersuppe fanden sie sich zusammen und genossen es, ihre Arbeiten wieder ritualmäßig in brüderlicher Gemeinschaft durchführen zu können.

Am 12. Februar 1949 fand unsere erste Arbeit im neuen Logenhaus in der Ahornstraße 15a in Steglitz statt. Die Johannislogen erstarkten und verselbständigten sich wieder, unsere Bauhütte zählte 1951 68 Mitglieder. 1958 bezogen wir mit der Großloge das jetzige Logenhaus in der Heerstraße 28.

Stürmische Jahre

In den Jahren nach dem 50. Stiftungsfest machte sich in unsere Loge eine unheilvolle Tendenz zur Zerrissenheit bemerkbar. Der Austritt einiger der bewährtesten Brüder hat die Bauhütte schwer geschädigt, andere gingen in den ewigen Osten ein, oder schlossen sich anderen Gemeinschaften an. Sicher wirkte sich auch der verhältnismäßige häufige Wechsel des Stuhlmeisteramtes ungünstig aus. Die Mitgliederzahl, das geistige Niveau der Arbeiten und die Disziplin der Brüder sanken, unbrüderliche Querelen drohten manches Mal die Kette zu sprengen. Das sich nun trotz allem eine gewisse Konsolidierung bemerkbar macht, spricht für die innere Kraft der Freimaurerei und für die Standhaftigkeit einiger treuer Brüder.

Mit der Wiedervereinigung von Deutschland erhielt die 3 WK ihre Liegenschaften in der ehemaligen DDR zurück. Diese gesellschaftliche und wirtschaftliche Veränderung führte zu einem Aderlaß, da Brüder aus beruflichen Gründen in andere Bundesländer abwanderten. Konsolidierung und Harmonie … Das heute zu den Arbeiten der Loge immer dieselben 18 Brüder kommen, zeugt für den Lebenswillen der Loge und die verhältnismäßig große Zahl der Lehrlinge lässt Gutes für die Zukunft hoffen. Gemeinsame Reisen, genannt sei besonders die nach Wien im Jahre …, festigte die Kette der Logengemeinschaft. Eine neue Aufgabe für unsere Bauhütte war die Wiedereröffnung der Loge „Friedrich zur Tugend“ in Brandenburg an der Havel, welches auch durch die Doppelmitgliedschaft unserer Brüder erreicht wurde.

Es gab auch Zeiten in denen sich die Bauhütte in einem unruhigen Gewässer befand, welches durch die Kontinuität der Brüder zurück ins ruhige Fahrwasser geführt wurde. Unsere soziales Arrangement wurde nicht nur durch die Spenden unterstrichen, sondern auch innerhalb der Loge gelebt, was nicht nur den Betroffenen sondern der gesamten Bauhütte zum Vorteil gelangte. Durch unsere verstärkte Öffentlichkeitsarbeit habe wir als Resonanz einen gesunden Zuwachs der Bruderschaft erreicht.

Das heutige Flair ist geprägt durch eine konstruktive Harmonie.

Wenn alle Brüder den Wahlspruch unserer Loge „ Der Seele Schönheit Ist Die Liebe.“ recht verstehen und danach handeln, werden wir jede Klippe umschiffen können. Jede Loge ist immer nur so viel wert, wie ihre Brüder bereit sind, für sie zu opfern.

„ Nimm dir Zeit für die Loge, sonst nimmt die Zeit dir deine Loge.“

Br. Johannes Bischoff zum 75. erweitert von Br. Ulrich Bettge zum 100.